Ein Leben mit zwei Lieben: Herausforderungen einer neuen Partnerschaft

Die meisten Menschen, die in jüngeren Jahren ihren Partner verlieren, gehen irgendwann wieder eine neue Beziehung ein. Eine Beziehung, die besondere Herausforderungen meistern muss, wenn sie nicht „Plan B“ sein mag. Dennoch werden die meisten jüngeren Menschen, die eine neue Partnerschaft gestalten wollen, mit Getrennten und Geschiedenen in den Liebeskummer-Topf geworfen. Bis heute fehlt meistens das Verständnis dafür, wie sich die Beziehungsdynamiken nach einem Todesfall verändern. Denn wenn die Trennung nicht durch den eigenen Entschluss, sondern durch den Tod des Partners herbeigeführt wird, ist vieles anders.

Trennung wider Willen

Es gab keine Ablösung, kein miteinander um die Beziehung ringen, keine Gründe, keinen Entschluss. Niemand wollte gehen. Bei Geschiedenen findet der Abschied vor allem auf emotionaler Ebene statt, bei einem Todesfall wird das Paar nur physisch getrennt. Die Beziehung aber bleibt über Erinnerungen, Gespräche, Träume oder das Gefühl eines unsichtbaren Begleiters erhalten. Entsprechend zeigt auch die Forschung zu diesem Thema heute: Trauernde bewältigen den Verlust des Partners besser, wenn ihnen dieser Kontakt weiter zugestanden wird. Doch auch wenn die Liebe in veränderter Form weitergelebt wird, wird im täglichen Leben ein Gegenüber vermisst. Der Wunsch nach einer neuen Partnerschaft wächst.

Die neue Liebe nimmt der alten nichts weg

Kann man zwei Menschen gleichzeitig und gleichwertig lieben? Wie entkomme ich dem schmerzhaften Vergleich zweier Leben? Kann ich mich dem neuen Partner mit meiner Geschichte überhaupt zumuten? Menschen, die in jungen Jahren den Partner verloren haben, suchen oft Antworten auf Fragen wie diese. Zusätzlich stellen Schuldgefühle, Vergleiche und das schwierige Austarieren unterschiedlicher Bedürfnisse beide Partner in einer neuen Beziehung vor Herausforderungen.

In unserem Seminar „Weiterleben | Weiterlieben“ widmeten wir uns im Herbst wieder den Besonderheiten dieser Partnerschaften und erarbeiteten mit den Teilnehmern mögliche Wege für ein gelingendes Beziehungsleben. Ein Raum, in dem neben einem Vortrag zum Thema vor allem auch Platz für individuelle Fragen und das Teilen von eigenen Erfahrungen war. So konnten sich Seminarteilnehmer, die noch keine neue Partnerschaft leben, dem Thema annähern und ein Bild entwickeln, wie eine neue Beziehung aussehen kann. Sehr wertvolle Perspektiven brachten auch zwei Betroffene und ihre neuen PartnerInnen mit ein, die an ihren ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben ließen. Was alle aber miteinander verband: Das Gefühl, dass die Sorgen, Bedenken und Herausforderungen ganz normal sind und keiner damit alleine ist.

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